Der Kampf um die Rohstoffe der Polarregion
Christoph Seidler
Knapp ein Viertel aller Öl- und Gasreserven der Welt wird in der Arktis vermutet. Bisher waren viele dieser Lagerstätten unter einer dicken Eisschicht verborgen, doch das Eis schmilzt in atemberaubendem Tempo. Schon in wenigen Jahren dürfte der Arktische Ozean im Sommer eisfrei sein. Im August 2007 setzten russische Tauchboote am Nordpol eine Fahne am Meeresgrund ab und gaben damit den medienwirksamen Startschuss für einen Wettkampf um das Nordpolarmeer und seine Schätze. Russland, Kanada, Dänemark, Norwegen und die USA melden Gebietsansprüche an. Aggressiv versuchen sie die Hoheit über die Region für sich zu reklamieren. Politiker warnen bereits vor einem „Kalten Krieg in der Arktis“.
Streit gibt es aber auch um die Frage, was dort eigentlich zu holen ist: Während Politik und Wirtschaft von großen Öl- und Gasvorkommen ausgehen, sind einige Forscher skeptischer. Extreme klimatische Bedingungen erfordern für eine erfolgreiche Förderung beträchtliche Investitionen und eine hohe Risikobereitschaft. Auch die ökologischen Gefahren einer intensiven wirtschaftlichen Nutzung des empfindlichen Lebensraums sind kaum abzuschätzen. Und Politiker warnen bereits vor einem "Kalten Krieg" in der Arktis.
Christoph Seidler beschreibt anschaulich, welche Möglichkeiten sich neuerdings rund um den Nordpol bieten und welche Gefahren der Kampf um die Rohstoffe für die Welt birgt – politisch, wirtschaftlich und ökologisch. Sein Buch bietet eine fundierte Analyse eines hochaktuellen geopolitischen Themas, das auch für Polarreisende von besonderem Interesse ist, und verwebt sachliche Hintergrundinformationen geschickt in eine packend zu lesende Reportage. Wer sich mit der Arktis auseinandersetzt und topaktuelles Wissen sucht, findet in diesem Buch einen besonders gehaltvollen Leckerbissen.
