Lois Hechenblaikner
Berge, Felder, Vieh auf der einen Seite. Kunstschnee, Après-Ski-Hütten, Reklametafeln auf der anderen. Nur wenige Jahrzehnte trennen die alte Welt der Berge von der neuen – und doch eine ganze Ära. Schwarzweiß-Fotografien des Agraringenieurs Armin Kniely dokumentieren das bäuerliche, überschaubare Leben der 1930er bis 1970er Jahre in einer intakten Natur, geprägt von harter Arbeit und traditionellen Werten. Der Bildband zeigt den Kontrast zwischen damals und heute, und der ist schrill und schnelllebig: Heute blüht nicht die Landschaft, sondern der Massentourismus.
Der Tiroler Fotograf findet in der vorliegenden Arbeit einen individuellen Ansatz im Bereich dokumentarischer Fotografie, in dem er eine Gegenüberstellung historischer Aufnahmen mit seinen eigenen Bilder konstruiert. Es ist aber keine Illustration im Sinne eines "Vorher - Nachher" jeweils ein und desselben Ortes. Es sind vielmehr Bildpaare, die sich formal entsprechen und so verbunden bzw. kontrastiert eine neue Aussagekraft entwickeln und ein besonderes visuelles Vergnügen bieten.
Mit kritischem, aber auch augenzwinkerndem Blick stellt Hechenblaikner das Früher und Heute seiner Tiroler Heimat fotografisch einander gegenüber und konfrontiert den Betrachter mit unerwarteten, skurrilen, unterhaltsamen Gegensätzen und Gemeinsamkeiten der Tiroler Bergwelt.
