Tragödien der Alpingeschichte
Horst Höfler, Gerlinde Witt
Triumph und Tragödie - bis heute "lebt" die Alpingeschichte davon, auch wenn das Heroische im Bergsteigen (scheinbar) der Vergangenheit angehört. Katastrophen am Berg - das riecht nach Reißer, nach gnadenlosem Boulevardzeitungsstil. Aber gerade das bietet dieses Buch nicht. Bergkatastrophen können viele Gesichter haben: Unglücke, bei denen Bergsteiger ihren Wunsch, den Berg zu bezwingen, mit dem Leben bezahlten. Oder Berg- und Eisstürze oder Lawinen, die schon seit Hunderten von Jahren ihre Opfer fordern.
Von einigen der beschriebenen Naturkatastrophen lassen sich heute kaum noch Spuren entdecken. Andere Unglücke, wie die Überflutungskatastrophe im Saas- und Piavetal oder die Todeslawine von Galtür, sind vielen noch präsent. Und es wird wohl kaum einen Bergsteiger geben, der noch nicht vom tragischen Seilriss am Matterhorn gehört hat. Bergsturzmuseen, Gedenksteine, -tafeln, -stätten und Dokumentationszentren erinnern heute an diese Schrecken, die oftmals gleich mehrere Leben zerstörten.
Gerlinde Witt und Horst Höfler wollen nicht "auf Sensation machen", anklagen oder Besserwisserei loswerden. Es ist ihnen offensichtlich vielmehr daran gelegen, zu erinnern und gegen das Vergessen zu arbeiten. Es ist eine Gratwanderung, aber die beiden erzählen in mitreißender und zugleich einfühlsamer Weise von tragischen Momenten der Alpingeschichte und alpiner Lebensräume. Das Buch ist dazu reich mit eindrucksvollen, bisweilen auch schaurigen Bildern versehen.
